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Just „one more thing“. Der Steve Jobs-Kinofilm

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Es ist eine Nachricht, die allen Apple-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Die ganz große Euphorie nach Erscheinen der iWatch ist ja bisher ausgeblieben. Nun aber steht Hollywoods Antwort auf Walter Isaacsons großartige Biographie „Steve Jobs“ (2013) über den kalifornischen ‚Garagen-Bastler’ in den Startlöchern. Wer sich den unlängst veröffentlichten Trailer (bereits jetzt über 8 Millionen Views) angeschaut hat, der wird mir zustimmen, dass da ein cineastischer Leckerbissen auf uns wartet, der genau das umsetzt, was die letzten iWorld-Präsentationen vermissen ließen: Das gute alte „One-more-thing“-Gefühl (Jobs berühmte Redewendung möchte sich ein bekannter Schweizer Uhrenhersteller gerne auf die eigenen Fahnen schreiben).

 

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Steve Jobs Auftritte waren legendär – hier 2010 mit dem iPhone 4. Quelle: Matthew Yohe [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Kein Geringerer als Ausnahmeregisseur Danny Boyle (u.a „Kleine Morde unter Freunden“ und „Slumdog Millionaire“) hat sich jetzt des Stoffes angenommen. Mit Michael Fassbender (u.a. „Inglourious Basterds“ und „12 Years a Slave“) wird dabei sogar ein deutsch(-irischer) Schauspieler in die Rolle des 2011 viel zu früh verstorbenen kalifornischen Technik-Genies schlüpfen. Und der Trailer macht sofort klar: Das wird keine dröge, schon tausend mal gesehene Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Variante. Stattdessen scheint der Film keinen Bogen um die Schattenseiten Jobs zu machen – Stichwort etwa seine sehr spät erfolgte Anerkennung der Vaterschaft sowie die konfliktreiche Auseinandersetzung mit Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Schon am 04. September, knapp einen Monat vor dem Filmstart in den USA, erscheint auch Alex Gibneys Dokumentation „Steve Jobs. The Man in the Machine.“ – sie wirft ein so kritisches Licht auf ihren Protagonisten, dass sich Apples Spitzenmanager darüber not amused zeigten.

Gänsehaut-Atmosphäre garantiert

Darüber hinaus scheint es in dem Film primär um das zu gehen, was die Marke Apple so besonders macht: die alljährliche Einführung von Produkten als theatralische Events der Superlative. Diese One-Man-Shows von Steve Jobs waren zu seinen Lebzeiten eigentlich nur mit dem größten Sportereignis in den USA, dem Super-Bowl, zu vergleichen. Es war übrigens ein heute legendärer Werbespot von „Alien“-Regisseur Ridley Scott, der 1984  während des Super-Bowl-Endspiels einer ganzen Nation das Nahen des neuen Apple Macintosh-Rechners verkündete – und dabei nebenbei alle IBM-PCler zu Orwell’schen Maschinenmenschen abstempelte:

Und zum Teil schafften es die von Jobs angekündigten Produkte tatsächlich, komplette Absatzmärkte umzukrempeln bzw. überhaupt erst zu schaffen (Stichwort iPad). Ob Computer, Telefone oder ‚tragbare flache Computer in der Form eines Schreibblocks’ (okay, Tablets hört sich einfach besser an) – wie kaum ein anderes Unternehmen hat Apple es immer wieder verstanden, bestehende Produkte (z.B. Smartphones mit fester Tastatur wie Blackberrys) in etwas vollkommen Neues (das iPhone mit Touchscreen) zu verwandeln. Was Benutzerfreundlichkeit und zeitlos schlichtes Design angeht, suchen Apple-Produkte seit Jahrzehnten ihresgleichen. Zum Prinzip der ästhetischen Reduktion bei Picasso und Apple gibt es hier einen schönen Beitrag in der New York Times.

Der Filmtrailer lässt den Zuschauer schon einmal für kurze Zeit die Gänsehaut-Atmosphäre erleben, die das Publikum verspürte, wenn Steve Jobs in Jeans und Turnschuhen in seiner salopp-charmanten Art wieder einmal sein „One more thing“ sagte.

Filmstart ist in den USA am 09. Oktober. Nur einen Monat später können wir uns auch in Deutschland in Richtung Kinosaal begeben, um Steve Jobs auf der Leinwand zu bewundern. Hier könnt Ihr Euch schon einmal einen ersten Eindruck verschaffen: Steve Jobs – Der Film

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