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Mittagspause im Museum.

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Normalerweise vertrete ich mir in der Mittagspause gerne die Beine. In zehn Minuten komme ich zum Beispiel zu Fuß zum Frankenbad, wo das beste mobile Café der Welt mich mit einer Dosis Koffein versorgt. Oder ich fahre mit der 16 kurz bis zur Haltestelle Juridicum, wo ich ruckzuck unten am Rhein bin und Möwen, Wasser und Schiffe um mich habe – als gebürtiger Hamburger brauche ich regelmäßig eine kleine Portion ‚Seeluft’.

Jetzt aber habe ich mal etwas ausprobiert, was ich bisher noch nie gemacht habe. Ich bin ins Museum gegangen, ins August Macke Haus, das nur fünf Minuten von unserer Agentur entfernt direkt neben der Viktoriabrücke liegt. Dafür bin ich etwas später in die Pause gegangen als sonst, weil das Museum erst um 14:30 öffnet. Die aktuelle Ausstellung „Von August Macke bis Otto Dix“, die noch bis zum 25. Oktober zu sehen ist, zeigt Bildnisse vom Expressionismus bis zur neuen Sachlichkeit – und ich kann sie jedem nur empfehlen.

Ich war der einzige Besucher der Ausstellung und so hatte ich die Räume ganz für mich allein. Das Spannende am August Macke Haus ist, dass der berühmte expressionistische Maler, der mit nur 27 Jahren kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Frankreich fiel, hier von 1911 bis 1914 selbst wohnte.  In einem Atelier im Dachgeschoss mit Blick auf die Marienkirche (das ist die neben dem Frankenbad) sind so viele wunderbare Gemälde und Zeichnungen entstanden. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn man sich Kunst in jenen Räumen anschaut, in denen sie tatsächlich entstanden ist. So vermeint man im Atelier unter dem Dach geradezu, dass der Geruch von Farbe und Pinseln noch ein wenig in der Luft hängt.

Kinder im Garten (1912). Im Hintergrund die Bonner Marienkirche.

August Macke: Kinder im Garten (1912). Im Hintergrund die Bonner Marienkirche. (Quelle: zeno.org)

Die aktuelle Ausstellung zeigt rund 50 Bildnisse, die von so bekannten Malern wie Otto Dix, Emil Nolde, Georg Tappert oder eben August Macke angefertigt wurden. Darunter auch Immanuel Knayers Ölgemälde „Arbeiter bei der Frühstückspause“ von 1925, das mich an diesem Tag besonders gefangen nahm: Da ich mich selbst gerade in einer Arbeitspause befand, hatte ich das Gefühl, als würde mir ein vertrautes Gesicht von der Leinwand entgegenblicken. Und da ich nach dem Museumsbesuch sogar noch etwas Freizeit hatte, habe ich mir ein Beispiel an dem Motiv genommen – und mich selbst auch noch einmal für ein paar Minuten mit einem Kaffee in Ruhe hingesetzt.

Immanuel Knayer: Arbeiter bei der Frühstückspause (1925)

Immanuel Knayer: Arbeiter bei der Frühstückspause (1925) (Quelle: Presseportal des August Macke Hauses)

Titelbild: August Macke, „Die Frau des Malers“ (1914) (Quelle: zeno.org)

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