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Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

So geht Banking heute.

Gibt es in fünf Jahren noch Bankfilialen – mit echten Beratern? Oder findet Banking nur noch online statt? Werden menschliche Banker durch Bots ersetzt, harte Währungen durch virtuelle Zahlungsmittel und die traditionellen Bankhäuser von smarten FinTech-Unternehmen wie N26, IDnow oder Azimo abgelöst? Wenn man sich unter dem Hashtag FinTech auf Twitter umsieht, dann hat es fast den Anschein. Doch es lohnt sich, etwas genauer hinzusehen.

So hat die Lünendonk Trendstudie „Zukunft der Banken 2020“ ermittelt, dass die wichtigsten Differenzierungsmerkmale von Banken auch in Zukunft Beratungsqualität und Kundenähe bleiben werden. Die Bedeutung des Markenimages nimmt demnach sogar zu.

Differenzierungsmerkmale von Banken im Wettbewerb: Quelle Luenendonk

Differenzierungsmerkmale von Banken im Wettbewerb. Quelle: Lünendonk

Weitere Erkenntnisse der Lünendonk-Studie: Die Interaktion mit Kunden wird vermehrt online abgebildet und 90 % der Studienteilnehmer erwarten, dass sich bargeldloses Bezahlen zunehmend auf mobile Endgeräte verlagern wird. Die klassische Bankfiliale bleibt jedoch als wichtiger Vertriebs- und Kommunikationskanal erhalten.

Persönliche Beratung bleibt wichtig

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Postbank-Studie: Gerade für die so genannten Digital Natives (im Alter von 18 bis 34 Jahren) bleibt die Filiale der wichtigste Kommunikationskanal, wenn es um ausführliche Informationen zu Bankprodukten geht. Weitere Erkenntnisse der Postbank-Studie hat das IT-Finanzmagazin lesenswert zusammengefasst.

Beratungskanäle für komplexe Bankprodukte

Frage: Angenommen, Sie möchten sich zu einem Bankprodukt ausführlicher informieren, welche der Möglichkeiten würden Sie nutzen? Quelle: Postbank-Studie

Virtuelle Währungen und alternative Zahlungsmöglichkeiten im Trend

Virtuelle Währungen sind auf dem Vormarsch: Neben Bitcon gibt es heute schon mehr als 3.000 so genannte Kryptowährungen – ein Geschäftsfeld, das so interessant ist, dass vier Großbanken (unter anderem die Deutsche Bank) eine eigene elektronische Währung auf den Markt bringen wollen. Der Trend in Richtung bargeldloser Zahlungsmittel ist ungebrochen und so sagt nicht nur die Trendstudie für Finanzdienstleister von 2b_AHEAD eine „stärkere Zusammenarbeit etablierter Bankhäuser mit alternativen Zahlungsverkehrsanbietern“ voraus. Einen Vorgeschmack bietet die Allianz von PayPal und Mastercard. Gerade erst haben die beiden Big Player im Online-Handel ihre Partnerschaft weiter intensiviert, so dass selbst eine Fusion nicht mehr ausgeschlossen scheint. Auch Facebook arbeitet intensiv an eigenen Zahlungslösungen, während Apple Pay international bereits eingeführt ist.
Bei dieser dynamischen Erfolgsgeschichte fällt es Paydirekt, dem Wettbewerbsprodukt der deutschen Banken und Sparkassen, schwer mitzuhalten, so dass im Handelsblatt bereits die Frage nach einem möglichen Flop gestellt wurde. Für die Banken stellt sich damit ein unangenehmes Szenario: Sie laufen Gefahr, die letzte Meile zum Kunden zu verlieren, wenn zunehmend Bankgeschäfte über Online-Dienste und Apps von Fremdanbietern abgewickelt werden.

Erfolgsmodelle Made in China

Was sich für deutsche Ohren nach Utopie anhört, ist in anderen Ländern schon längst Realität – und hochgradig erfolgreich: So hat die chinesische Bezahl-App Alipay bereits 400 Millionen Nutzer, die im Jahr 2012 nach einer Meldung von Credit Suisse 660 Milliarden US-Dollar in Transaktionen bewegt haben sollen. Auch der neue Service WeChatPay der bekannten Messenger-App wird in China als mobiles Zahlungsverkehr hoch geschätzt. Selbst eine skurrile Anwendung wie Chatbot-Banking erfreut sich im Land der aufgehenden Sonne großer Beliebtheit, wie das IT-Finanzmagazin.de im Artikel „Sieht so die Zukunft des Mobile Bankings aus?“ aufzeigt.

Fazit: Banken müssen neue Wege gehen

Mit intelligenten Apps ausgerüstet hilft das Smartphone nicht nur beim Zahlen, sondern auch beim Sparen. Das Smartphone als ständiger Begleiter und „Berater“ wird bei einfachen Kundenbedürfnissen ohne besonderen Beratungsbedarf, insbesondere dem täglichen Zahlungsverkehr, immer wichtiger werden. Der Kunde findet somit immer seltener den Weg in die Filiale. Darauf muss sich auch die Bankenlandschaft in Deutschland einstellen. Deshalb folgert die Studie „Bank und Zukunft 2016“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO konsequent: „Banken müssen neue Wege gehen“ – und das schnell. Denn die Zeit zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle läuft ihnen davon.

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2 Kommentare

  1. Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklung das ganze in Zukunft tatsächlich noch nehmen wird. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf.

  2. Sean Kollak
    Sean Kollak sagt

    Hallo Thomas,
    es ehrt mich, einen Kommentar von Finanznachrichten zu erhalten – und wenn es nur aus SEO-Zwecken sei 😉 Spannend bleibt es allemal – insbesondere da einige große Finanzhäuser den Start-Ups den Kampf angesagt haben.
    LG Sean

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