Digitale Kommunikation, Printkommunikation, Technik, Trends
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Kleidung, die die Farbe wechselt und Printanzeigen, die blinken.

Stellt euch mal vor, es gäbe Textilien, die auf Knopfdruck jede beliebige Farbe und jedes erdenkliche Muster annehmen können. Oder Zeitungen, in denen sich die Bilder selbstständig bewegen und ihre Farben und Formen verändern. Das klingt nach abgedrehten Sci-Fi-Storys oder Zauberei? Nicht ganz, denn Forscherteams aus den USA und Deutschland arbeiten zurzeit an der Umsetzung genau dieser Technologien.

Electric Skin

An der University of Central Florida wurde das weltweit erste dehnbare Farbdisplay entwickelt. Die Vorbilder für die sogenannte „Electric Skin“ stammen aus der Natur: wie das Chamäleon benötigt das Farbdisplay keine Beleuchtung. Es ist außerdem wie der Oktopus in der Lage, seine Farbe zu ändern, während es sich ausdehnt oder zusammenzieht. Entscheidend für die Farbdarstellung ist allein die angelegte Spannung.

Das Chamäleon diente als Inspiration für die Electric Skin.

Das Chamäleon diente als Inspiration für die Electric Skin.

Was mögliche Anwendungsgebiete der Electric Skin angeht, sind der Phantasie im Grunde keine Grenzen gesetzt. Das Farbdisplay ist so dünn und flexibel und dabei gleichzeitig so haltbar, dass es in allen möglichen Bereichen eingesetzt werden kann. Denkbar ist beispielsweise ein militärischer Einsatz für einen Tarnanzug, der sich flexibel an jedes Terrain anpassen kann. Richtig spannend wäre aber auch die Anwendung in der Modeindustrie. Statt zwanzig Bürohemden bräuchte man plötzlich nur noch eins, die Entscheidung für eine Bluse oder ein Shirt fällt nur noch aufgrund des Schnitts, die Farbe spielt keine Rolle mehr. Digitale Textilien könnten somit unser gesamtes Konsumverhalten grundlegend verändern.

Siod

Animiertes GIF "Neon Ballroom". Datei:  Roger Norton via flickr CC BY 2.0

Animiertes GIF „Neon Ballroom“. Datei: Roger Norton via flickr CC BY 2.0

Zwei junge Unternehmer aus Berlin arbeiten zurzeit ebenfalls an einer möglicherweise revolutionären Idee. Sie wollen eine Tinte entwickeln, die mit Hilfe der Ink-Jet-Technik OLEDs (organic light emitting diode, OLED) produzieren kann. Wird die Tinte auf Papier aufgetragen, kann das gedruckte Bild variabel Form und Farbe ändern. Besonders für die Werbeindustrie könnte diese Eigenschaft hochinteressant sein. Eine Printanzeige mit bewegten Bildern oder leuchtender Schrift erregt garantiert Aufmerksamkeit. Aber auch für Infografiken in redaktionellen Beiträgen oder für Bedienungsanleitungen bietet die Technologie spannende Möglichkeiten.

Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen und es wird wohl noch eine ganze Weile dauern bis zur Marktreife. Die Electric Skin ist da schon weiterentwickelt und könnte schon in absehbarer Zeit zum tatsächlichen Einsatz kommen.

Genauere Infos zur Funktionsweise der Electric Skin findet ihr in diesem Artikel der Golem-Redaktion: Electric Skin – Nanoforscher entwickeln hautähnliches Farbdisplay.

Außerdem berichtet Golem auch über das Startup Siod und die Geschichte hinter der digitalen Tinte: Wenn die Anzeige auch in der Zeitung blinkt.

Beitragsbild: ▒░ TORLEY ░▒▓ via flickr CC-BY-SA 2.0.

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